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Pfeilersprengung

"Alte" Sprengkammern


 

Um Brücken und/oder Unterführungen zu sperren, wurden eigentlich schon immer Sprengkammern oder andere Sprengvorrichtungen während des Baus angebracht. Auch hier wurden viele dieser Vorrichtungen nach Ende das Kalten Krieges entfernt. Ebenso wie die "Sprengschächte" waren sie nicht mit Sprengstoff bestückt, dieser wäre erst bei Anzeichen für einen Konflikt ein/angebracht worden.

Kleinere Brücken verfügten entweder über Kammern, um die Pfeiler durch Sprengung zu zerstören, über Plattformen die "Schneidladungen" aufnehmen konnten oder es wurde einfach die Zufahrt vor der Brücke unbrauchbar gemacht. Bis Mitte der 80er waren "Schneidladungen" üblich, dann ging man zu dem Zufahrtssprengschächten über.
Bei kleineren Brücken (auch) mittels Sprengschächten, bei größeren findet man oft eine kleine, begehbare Tür die "in" die Widerlager führt.

 

Oben: Sprengkammern in
Brückenpfeilern.
 Rechts: Kammern im Pfeiler einer Mainbrücke, 50er Jahre, W. Elkins

Große Brücken, die über mehrere Pfeiler verfügten hatten begehbare "Galerien", über die die entsprechend größeren Kammern beschickt werden konnten, bei filigranen Konstruktionen wurde einfach eine an "sensibler" Stelle vorbereitete Plattform mit Sprengstoff beladen und/oder Sprengkammern in den Pfeilern und Widerlagern , wie oben beschrieben.

Zufahrtssprengschächte

 

Hier eine 9er Anlage auf einer Autobahn

 

Bei der Sperranlage links oben ist gleichzeitig noch die Galerie für die vorher vorgesehenen "Schneidladungen" vorhanden.
Schneidladungen sind Sprengstoffpakete, die eine stark gerichtete Sprengwirkung entfalten und so Material sehr scharf und gezielt durchtrennen können. Diese Galerien konnte man teilweise durch "oben" beladen; dazu war einer dieser Typischen "Sprengdeckel" in eine Öffnung gesetzt, die durch die Fahrbahn reichte, siehe unten:

 

Links im Bild eine andere Variante; hier war eine Laufgalerie vorhanden; man konnte über eine Leiter auf den Brückenpfeiler steigen, und trug die Schneid-ladungen über die Zugangsgalerie zum Bestimmungsort. Die Brücke ist in Limburg ein wichtiger Lahnübergang. Überhaupt sollten alle Brücken, die von Fahrzeugen hätten passiert werden können zwischen Cölbe und der Lahnmündung zur Sprengung vorbereitet sein.

Natürlich wurden auch Eisenbahnbrücken (links) zur Sprengung vorbereitet. Dies nicht aus Angst "feindliche Eisenbahnen" könnten dampfen sondern vielmehr um zu verhindern, dass Panzer und andere Fahrzeuge die Gleise als "Notrollbahn" hätten nutzen können. Die Ladungen wären im Ernstfall auf der Galerie unter der Brücke als auch mittels spezieller Halterungen an den Stahlträgern  angebracht worden. Die Leitern, damit man dies schnell erledigen konnte hatte man bereits angebracht.

 

Verschiedene Detailansichten
 

Hier noch eine andere Form der Sperre, die leider schon ausgebaut ist. Hier waren an Anfang und Ende der Brücke "Gräben" eingelassen (Schwarze Asphaltstreifen) und mit Stahlbetonplatten verschlossen. Die Schneidladungen hätten dann "von oben" die Brücke komplett "abgeschnitten" die dann nach unten gestürzt wäre. Die Regel war es aber Schneidladungen so zu zünden dass ein Teil der Brücke nach unten, und das andere nach oben ragte (durchs eigene Gewicht bedingt) da dieses Hindernis nur sehr schwer zu überwinden war. 

Abschließend noch ein Bild dass zeigt: Auch an scheinbar "kleine" Brücken wurde gedacht, hier eine Fußgängerbrücke, die aber auch breit genug für ein Fahrzeug war:

Die Abdeckungen der Sprengkammern wurden im Lauf der Jahre ausgetauscht: Waren es anfangs Eisenabdeckungen so wich man später auf Steinverblendungen aus. Zum einen weil Stein nicht wartungsintensiv ist (Rost) aber natürlich auch, weil die Eisenabdeckungen auch dem blutigsten Laien zeigten WO die Sprengkammern waren... und dies wurde bspw. von Aktivisten der Friedensbewegung durchaus dazu genutzt, Kammern unbrauchbar zu machen.

Bedanken möchte ich mich ausdrücklich bei Oberst Volkerts sowie StFw. Botthoff für die viele Hilfe bis hin zu einer "Tour durchs VBK" während der diese Bilder entstanden.